S2|F4 – Matthias Arndt – Von kleinen Anfängen und einer Scheune voller Kunst
Shownotes
In dieser Folge von „Wer sammelt die Kunst?“ spricht Gudrun Ketterer mit dem Galeristen, Berater und Sammler Matthias Arndt. Sein Weg führt vom Berlin der Nachwendezeit bis zum Aufbau einer eigenen Sammlung, die er gemeinsam mit seiner Frau Tiffany Wood-Arndt entwickelt und an verschiedenen Orten mit anderen teilt – unter anderem in der ARNDT Artbarn in Cape Schanck.
Was verändert sich, wenn Kunst nicht weiterverkauft werden soll, sondern bleiben darf? Und warum zieht ihn gerade das an, was er noch nicht versteht? Zwischen Künstlerfreundschaften, persönlichen Entdeckungen und Plänen für eine alte Ölpresse auf Samos erzählt Arndt, wie Neugier zum Lebensantrieb wird und weshalb zur Kunst auch Räume für Begegnungen gehören.
Transkript anzeigen
00:00:00: Da wo ich am wenigsten verstehe, da will ich wissen.
00:00:02: Da gehe ich hin.
00:00:03: Solange du neugierig bist und wissen willst und dir Wissen erschließen willst dann wird sich der Rest
00:00:11: ergeben."
00:00:12: Sagt Matthias Arndt mit dem Ich für diese Folge über eine sehr besondere Biografie als Händler, Galerist- und Sammlerspreche!
00:00:24: In diesem Podcast stelle ich euch die Menschen vor, die nicht anders können als Kunst zu sammeln.
00:00:41: Was treibt sie an?
00:00:43: Wie treffen Sie Ihre Entscheidungen?
00:00:45: Was gibt Ihnen die Kunst, was Sie sonst vermissen würden?
00:00:48: Über genau diese Fragen spreche ich mit unseren Gästen!
00:00:52: Heute zu Gast Matthias Arndt.
00:00:55: Er hat eine der ersten international ausgerichteten Galerien in Berlin der Nachwendezeit.
00:01:06: Über mehr als zwei Jahrzehnte hat er Ausstellungen organisiert, Künstlerinnen und Künstlern vertreten, internationale Messen bespielt mit Standorten und Büros unter anderem in Zürich, New York und Singapur gearbeitet – und dabei nicht nur Kunst verkauft sondern an der Entstehung vieler Sammlungen mitgewirkt!
00:01:28: Heute arbeitet Matthias Arndt mit der ARNT Art Agency als Händler, Berater und Sammler.
00:01:35: Denn zusammen mit seiner Frau Tiffany Wood-Arnt baute er über die Zeit die ARNT Collection auf – eine private Sammlung mit Standorten in Berlin, Athin und Australien.
00:01:48: In Cape Schenk auf der Mornington Pen Insular haben sie beiden mit dem Art Barn einen privaten Kunstraum geschaffen, indem die Sammlungen gezeigt, geteilt und weitergedacht wird.
00:02:00: Und auch Griechenland spielt in dieser Biografie eine immer wichtigere Rolle, Athen als neuer Ort für Salon, Austausch
00:02:08: und
00:02:09: private Präsentation – und Samos als Inselprojekt das noch einmal eine andere Form von Kunstöffentlichkeit verspricht.
00:02:18: Klein, konzentriert international geprägt von Sommerprojekten, Künstlerfreundschaften wie Kunst außerhalb der klassischen Zentren wirken kann.
00:02:31: Das Spannende an dieser Folge ist also, der Perspektivwechsel – was passiert wenn jemand, der jahrelang anderen beim Sammeln geholfen hat selbst zum Sammler wird?
00:02:43: Wie verändert sich der Blick auf Kunst, wenn ein Werk nicht mehr vermittelt, platziert oder verkauft werden soll sondern bleiben darf?
00:02:52: Lieber Matthias!
00:02:54: Wie immer an dieser Stelle Mit welchem Kunstwerk liebäugelst du gerade?
00:02:59: Und antwortest du darauf eher als Händler oder als Sammler.
00:03:06: Gute Frage, vielleicht was ich gerade erworben habe ist eine Arbeit von Konstantina Kriksoni.
00:03:12: das ist in London lebende griechische Künstlerin also mit der hab' ich eine Weile geliebeugelt und musste dann ganz zügig mich entscheiden und die haben wir vor drei Wochen gekauft genau
00:03:25: Und für welchen Standort ist sie gedacht?
00:03:27: Die ist tatsächlich, die ist aus der Schweiz gekommen.
00:03:30: Da war sie ausgestellt und ist jetzt auf dem Weg nach Athen in unsere noch nicht ja neue Bleibe, die allerdings erst eine Bleibe werden wird, denn die muss erst noch restauriert umgebaut werden.
00:03:40: Du bewegst
00:03:41: dich zwischen Berlin, Athen, Melbourne und Cape Shank.
00:03:46: Wo
00:03:47: fühlt sich deine Sammlung im Moment am meisten zu Hause?
00:03:51: Das sind spannende Fragen, also wie glaube ich bei vielen Teilnehmern auch hier der Gesprächsrunde.
00:04:01: Der größere Teil der Sammlung ist immer in Lagern leider.
00:04:04: Auch bei mir trotz der.
00:04:05: wir haben etwa dreihundertsechzig Werke ungefähr und davon ist gut die Hälfte oder zwei Drittel in Berlin hier in einem Kunstlager und ansonsten an unseren verschiedenen Wohnorten.
00:04:16: das ist das Schöne daran wenn man mehrere Häuser hat.
00:04:19: Also wir können uns nicht rausregen, dass die Wände ausgehen weil wenn die Wende ausgehen.
00:04:23: also das ist auch nur ein bisschen eine Leidenschaft für mich.
00:04:25: ich bin kein Immobilien-Mensch aber sozusagen wir leben ja an mehreren Orten und da ist eigentlich dann immer irgendwo Platz.
00:04:34: Was verändert sich?
00:04:35: Wenn ein Projekt in Berlin, Athen oder Australien stattfindet sondern auf Samus Auf einer Insel Kunst fast zwangsläufig, mit Reisegespräch und Sommer zu tun hat.
00:04:52: Sehr gute Frage!
00:04:53: Denn sozusagen im Grunde was ändert sich ist endet sich der Rahmen.
00:04:57: Und als ich eben auf Samus war und dort Freunde besucht habe die so ein Kulturprojekt planen und vorhaben bin ich... Ist einen Raum zu mir gekommen, bin ich über eine alte Ölpresse in dem Dorf Matter for Campus gestoßen und dachte, ach je du bist so schön.
00:05:14: Du bist vom Verfall bedroht.
00:05:16: um dich muss man dich kümmern aber ich kann jetzt nicht noch einen Heim aufmachen ja dann kriege ich irgendwann Ärger zu Hause.
00:05:22: Aber du bist eigentlich ein toller Ort um Künstler zu empfangen.
00:05:28: also da kam die Idee dieser Ort alte Ölpresse, kleiner schöner Raum hundert Quadratmeter auf dreieinhalb Quadratmetern Grundstück mit Blick auf das Meer.
00:05:36: Der ist eigentlich ideal als ein Ort wo ich selber gerne Zeit verbringen würde.
00:05:40: und dann kam sofort die Idee lass uns dieses Haus erwerben restaurieren aber dann eben Künstlerinnen und Künstlern zur Verfügung stellen damit die in einer zwanglosen freien Atmosphäre vielleicht nur nachdenken aber wenn sie möchten auch gestalten können.
00:05:57: Prompt kommt dann zum Thema der Sammlung im Grunde hinzu, okay das ist jetzt kein Ort wo wir ausstellen.
00:06:04: Wo wir promoten oder was auch immer möchten sondern quasi in der Vorzitzung des Sammels.
00:06:12: und das habe ich ja als Galerist früher gemacht und auch als Artist Agents und Berater geht es ja auch darum einfach Künstler in ihre Arbeit zu unterstützen.
00:06:22: Und das kann man mit Ankäufen, mit Erwerben, mit Promoten aber eben auch mit Raum und Zeit zur Verfügung stellen.
00:06:28: Und so kam quasi die Idee ja lass uns doch eine Artist Residency dort begründen!
00:06:33: Wie wirst du die Auswahl der Künstler treffen?
00:06:37: Hast du da schon eine Idee?
00:06:40: Wir haben in Berlin im Jahr zwei Tausend zwölf dreizehn haben wir Stiftung gegründet.
00:06:47: Die ist Berlin Masters Foundation, und zwar nicht prätenziöses Masters aber eben als Idee die meiste von morgen.
00:06:53: Und das war eigentlich eine Plattform zur Förderung der in Berlin lebenden Künstlerinnen und Künstlern und zwar mit einem Geldpreis wenn fördern heißt auch wirklich Support heißt Finanzen, finanzielle Unterstützung und einem Residency Award.
00:07:07: Da hatten wir auch Partner die das mit unterstützt haben und ich habe meine Infrastruktur kontakt der Netzwerke gegeben.
00:07:12: Wir hatten einen Galeristen an Bord ein Künstler, wir hatten richtig ein Board dass ein Mentorenmodell war.
00:07:16: Über zehn Jahre haben wir das so betrieben.
00:07:18: Das machte damals auch Sinn weil eben die jüngsten Künstlern keine Lobby hatten Der Markt noch nicht so auf Emerging auf die jungen Positionen aus war Machte das Sinn.
00:07:28: als dann klar wurde Infrastruktur sich wirklich wesentlich im Positiven verändert hat für die jüngeren Künstler.
00:07:34: Haben wir gesagt, was ist jetzt das nächste Level des nächsten Ebenen?
00:07:38: Und dass es Künstlern möchten ins Museum.
00:07:41: Museen brauchen Finanzenmittel um zu erwerben und so haben wir dann mit dem Hamburger Bahnhof eine Übereinkunft getroffen, dass wir eben aus unseren Mitteln jährlich ein Werk eines in Berlin lebenden Künstlers erwärmen und der permanenten Sammlung schenken.
00:07:59: Berlin Masters war groß, da gab es eine Jury einen Auswahlkommitee Open Call.
00:08:03: War sehr aufregend hat total Spaß gemacht und für Samus werden wir es bin ich ehrlich gesagt dabei das noch zu entwickeln und dann entscheiden wir gemeinsam welches Format wieder wählen.
00:08:16: also man hört schon an deinem im Grunde noch einführenden Worten dass ist dir sehr um eine Öffentlichkeit zeigen geht.
00:08:25: Du möchtest die Künstler unterstützen und du möchtst ihnen die Möglichkeit geben zu zeigen, was sie arbeiten?
00:08:33: Ja, und kurioserweise – das ist tatsächlich sozusagen mein Lebensplan geworden!
00:08:40: Meine erste Tätigkeit im Kunstbetrieb war Ausstellungsführer bei der Dokumentarneuntin' twoi-neunzig und quasi dieses Mitmenschenvorkunst selber ein Erlebnis zu haben und anderen ein Erlebnis zu bereiten.
00:08:54: Und darüber Zugang zur Kunst, das war sozusagen eine Freude aber auch für mich Ausbildung und gleichzeitig auch so einen früher Claim of Fame.
00:09:03: davon abgesehen hat es meine erste kleine Studentengalerie finanziert weil das gut bezahlte Arbeit war.
00:09:08: Aber quasi dann vom Tour Guide zum Vermittler der Künstler denn die sagten Wir brauchen keinen Freund und kein Fan, du bist selber kein Künstler.
00:09:17: Du hast kein Geld unsere Arbeit zu kaufen noch nicht.
00:09:20: Dann macht doch was das wir nicht können.
00:09:22: machen eine Galerie auf.
00:09:23: Das war glaube ich zum Beispiel hier schaun der das Vorschluck.
00:09:25: daraus wurde dann die Galerie und wie gesagt dann habe Ich um die galerie herum letzten Endes ein markt für die künste dich liebte gebaut.
00:09:31: Und wie gern.
00:09:32: es ging eigentlich immer Um vermittlung.
00:09:33: also du sagst öffentlichkeit und zwar Öffentlichkeit Nicht um mich In zähne zu setzen sondern Eigentlich Die künstler stehen im vordergrund.
00:09:42: Man hat mal jemand ein schönes Wort, auch einen Sammler hatte.
00:09:44: Das ist ein befreundeter Sammle aus den Philippinen.
00:09:46: Mikey hat das gesagt – oh we follow the artist's lead!
00:09:50: Wir folgen den Künstlern.
00:09:52: und da sage ich ja that is exactly what I have been doing with my gallery business or agency business und kurioserweise auch im Sammeln wenn ich das so sagen darf.
00:10:02: aber dazu kommen wir gleich.
00:10:03: also Entscheidungen dartreffen sind auch eher intuitiv weniger... Dazu
00:10:09: kommen die
00:10:09: doch.
00:10:11: Aber genau Öffentlichkeit, genau eigentlich im Grunde Öffentlichkeit.
00:10:13: Also tatsächlich ist es so dass ich auch im nicht kommerziellen Bereich Eigentlich was mir darum geht eine sozusagen in die eigene Passion Die Dinge die wir lieben aber auch die Künstler nach wie vor die wir spannend finden In einen Diskurs zu bringen und der öffentlichkeit zugänglich zu machen.
00:10:36: und also der artbahn das ist ein Kubus von zweieinhalb Quadratmetern, den wir auf unseren zweieinhalb Hektar Land eine Stunde von Melbourne entfernt gebaut haben.
00:10:48: Eigentlich als Spielwiese für mich weil meine Frau sagt also das ist jetzt Unser Zuhause, das haben wir nämlich auch gebaut.
00:10:57: Das ist keine Galerie.
00:10:59: Schau mal!
00:10:59: Das ist kein Ausstellungsraum und es ist unser Ort.
00:11:01: also wenn du unbedingt weil ich dich ja gut kenne und liebe dafür und ich liebe Tiffany weil sie so großzügig ist mit meiner Unruhe und meine Neugier sagt Wenn Du unbedingt einen Ort brauchst und den brauchst Du und den solltest Du haben dann bauen wir doch diesen dieses Haus Und Dann Kann Wir Dort kannst Du dort Mit der Sammlung Arbeiten und da haben wir gemerkt dass diese Unser privater Raum und dieses Öffnen, dass wir da einen Mittagessen machen.
00:11:25: Und das es keine Galerie ist, dass man da nix kaufen muss und auch nicht kann und ähnliches... Dass das für Leute eine totale Befreiung ist aber auch ein Encouragement, eine Ermutigung.
00:11:36: Sachen mir gibt es einen Moment in dem du Kunst wirklich privat anschauen kannst mit einem unverfälschten oder eigen Blick ohne sofort an Künstlerbiografien, Provenienzen Preise, Märkte, Platzierungen zu denken?
00:11:57: Ich
00:11:57: kann es nicht.
00:11:58: Es würde mich faszinieren wenn du jetzt sagen könntest ich kann da alles aus meinem aus meinem Bilderschatz aus meinem Gedächtnis raus räumen.
00:12:07: Ich bin...ich achte nicht darauf und ich wäre gerne naiv!
00:12:11: Ich würde gerne naive in ein Museum gehen.
00:12:16: Es ist eher so spannend.
00:12:17: Also ich hatte mein nach wie vor wichtigster Mentor, war der Jan Hutz, der die Dokumente hat, zweihundneinzig gemacht hat und der mir ganz erzählt in dieser wunderbaren Art auch noch.
00:12:26: Der sagt, ah Mojiesch!
00:12:28: Ist nicht schlimm dass du nicht Kunsthistoriker bist ja?
00:12:30: Ah, Kunsthastoriker sind alles Idioten.
00:12:33: Ich weiß das, ich bin selber reinen musst du nur gucken gucken gucken.
00:12:36: Und das war also im Grunde ganz klar zu sagen Alles was Du siehst sozusagen akkumuliert und ergänzt sozusagen dein Blick, deine kriterien Kurs.
00:12:45: Also es ist eigentlich eher so kurioserweise ich denke nicht mit nicht systemisch also preiswert verfügbarkeit oder ähnliches.
00:12:56: wenn ich mir kunst angucke ich vergleiche nur ununterbrochen das kann ich auch nicht abstellen unterbrochen mit.
00:13:01: wo habe ich das?
00:13:02: Nicht wo hab ich das schon mal gesehen?
00:13:03: aber wo kommt das her?
00:13:04: was ist das?
00:13:06: inwiefern unterscheidet sich dass?
00:13:08: Und dann erst was will das von mir.
00:13:11: Dann kommt auch die Frage, so möchte das jetzt... Also möchte spricht nicht das als Sammler an?
00:13:17: Als jemand der es erwerben und leben und damit... Der das lieben und damit leben will?
00:13:22: oder meine Rolle als Händler.
00:13:24: Aber das stimmt schon naiv also naiv oder unschuldig sich Kunst anzugucken ist kaum möglich.
00:13:29: dafür haben wir einfach zu viel gesehen.
00:13:32: Manchmal wünschte ich mir das!
00:13:34: Lass uns über die Anfänge sprechen.
00:13:42: Was war das für ein Moment, für Berlin?
00:13:44: Für die Kunst und für dich persönlich.
00:13:47: Es war ein Moment in dem alles möglich war, was wir gar nicht benennen konnten.
00:13:56: Ich hatte nur immer dieses Gefühl ich werde gebraucht!
00:14:01: Wir waren im Jetzt und das jetzt ist dass der Moment in den Kunst stattfindet der Ort wo das jetzt, wo man noch keine Abstand hat keinen Kontext hat.
00:14:11: Wo man nicht weiß was wird sondern wo alles noch im Werden ist und das ist der Teil Contemporary Art.
00:14:18: warum auch?
00:14:19: da werden die Leute gebraucht wie sagt man?
00:14:22: Die mit offenen Fragen, die mit ungeklärten Situationen leben können.
00:14:26: Nicht einen Plan und keine Sicherheit brauchen sie einfach machen.
00:14:30: und da merkte ich intuitiv wir brauchen in dieser Situation Künstler und zwar auch Künstl aus dem Ausland.
00:14:36: Meine ersten Künstler, die ich mit der Galerie hatte.
00:14:38: Thomas Hirschon, Sophie Calle, Jean-Michel Autaniel und Anne Kamme alle aus dem europäischen Ausland später aus den USA und auch aus Asien.
00:14:47: also erst mal dachte wir brauchen einen externen Blick und dann quasi ja was war das für eine Zeit?
00:14:54: Sehr aufregend!
00:14:54: Die hatte mit Geld, mit Kapital, mit Handel gar nichts zu tun.
00:14:58: und es würden haben meine ganzen Kollegen, auch die anderen heute berühmten sehr erfolgreichen Kollegen.
00:15:04: Haben wir an alle mal gesagt, wisst ihr noch?
00:15:06: Dass wir damals weder bei Geld gesprochen hatten und noch uns gestritten haben um irgendwas, da ging es eigentlich nur darum, ums machen eine Zeit in der es um eine identitätsstiftende Identität heilender oder neu erfindende Situation war
00:15:22: also eigentlich auch mit Kunst eine neue Wirklichkeit zu schaffen.
00:15:26: Und nochmal, wir wussten tatsächlich das ist Schöne.
00:15:28: Also wir wusste alle eigentlich gar nicht was wir da machen.
00:15:32: vielleicht noch kurze Anekdote ich habe einen sehr bekannten australischen Sammler der auch ein eigenes Privat Museum hat vor im Juni nach Berlin gebracht.
00:15:41: er bestand darauf bevor wir eben die anderen Orte angucken wie Nedig und Basel.
00:15:45: lasst uns da bitte hinfahren.
00:15:46: Ich hab so viel gelesen ich habe so viel mitbekommen.
00:15:49: ich wusste auch Matthias dass du da dass du ja aus Berlin kommst und du hast mir auch erzählt.
00:15:56: Aber ich hatte keine Ahnung, wie fundamental das ist was du und deine Kollegen heißen.
00:16:03: die anderen Galerien?
00:16:04: Die vielen Künstler?
00:16:05: Die Musee in Dekoratoren?
00:16:07: Was ihr wirklich da... Ihr habt kulturelle Identität geschaffen und Infrastruktur.
00:16:13: Ich habe keine Ahre, es war das Fundamental.
00:16:16: Wenn man als Galerist beginnt sammelt man zunächst vermutlich Nicht die Kunst, sondern das Vertrauen.
00:16:24: Das Vertrauen von den Künstlern, von den Sammlern und von Institutionen.
00:16:29: Kann man sagen war das deine erste eigentliche Sammlung?
00:16:33: beziehungen ein Netzwerk?
00:16:36: Das ist sehr schön gesagt!
00:16:37: Das hätte ich gerne früher so verstanden schon denn absolut also heute zähre ich lebe ich davon lebe Ich das auch.
00:16:50: Aber genau, es gab eine Zeit.
00:16:52: Also zum Beispiel wo weil ich ein kompliziertes Programm hatte... Ich meine nicht alle der Künstler waren oder die Künstlern waren am Anfang keine... Die hatten keinen Markt.
00:17:02: Der Markt musste gebaut werden und wir haben... Ich habe siebenundzwanzig große Hirschauninstallationen weltweit an die Museen und Sammlung verkauft.
00:17:08: das hat dann schon geklappt.
00:17:09: aber natürlich sagen wir mal, so hätte man damals Malerei aus der Leipziger Schule verkauft und das meine ich nicht despektierlich.
00:17:17: Ich schätze alle Künstler, ich schätze und liebe meinen Freund Judy Lübcke und Kollegen und bewundere was er gemacht hat.
00:17:24: aber na klar als wir damals gesehen haben oh jetzt wie sind hier doch auch im ehemaligen Ostberlin?
00:17:29: Aber wir zeigen etwas anderes und jetzt kommen die da alle und wollen nur das.
00:17:32: und also zwischendurch haben wir auch gedacht wow!
00:17:35: Und jetzt muss ich genau... Also es gab Momente wo sozusagen andere kommerziell erfolgreicher waren oder wo einfach man merkte, das ist viel mehr nachgefragt.
00:17:46: Aber zu merken, dass wir ein Netzwerk gebaut haben und diese Beziehung des Guggenheims, des Sontre-Pompidou und die anderen großen Museen – das Arteens student Chicago -, dass wir mit denen auf Augenhöhe reden und arbeiten können.
00:18:02: Das war natürlich enormes Nichtkapital!
00:18:06: große Freude und führte dann zu einem sehr erfolgreichen Betrieb auch.
00:18:10: Aber so ergab sich quasi das Sammeln nur, ich habe zwar einige sehr schöne Arbeiten von Thomas Hirschon, Sophie Kall oder Gilbert George.
00:18:17: aber die Werke kamen, die ersten kamen zu mir weil die Kunden sie gekauft aber vielleicht nicht bezahlt haben oder sie zurückgeben mussten und ähnliches.
00:18:25: Aber das genau sammeln als solches hast du so schön eben gesagt, das nehme ich jetzt mit.
00:18:33: Gesammelt, gebaut, gesammelt habe ich ein Netzwerk von Künstlern.
00:18:39: Kunstsammlungen, Institutionellen und Medien und anderen und einfach auch einen... Eigentlich hab' ich mir Und so gehört sich das auch über die Kunst, die Welt erschlossen Denn ich wäre ja nicht nach Mexiko als Tourist gefahren.
00:18:51: Ich bin da hingefahren weil es so eine Messe gab und ähnliches.
00:18:54: Ich bin leider, obwohl ich nur unterwegs bin immer noch kein Tourist.
00:18:59: Bleib das Du hast über viele Jahre andere Sammlerin und Sammler begleitet und Sammlung mit aufgebaut.
00:19:08: Was lernt man über Menschen, wenn man sieht wie sie Kunst kaufen?
00:19:14: Respekt auch.
00:19:18: Respekt, Bewunderung.
00:19:20: Sehen ist nämlich auch wichtig.
00:19:22: also zum Beispiel Jan Hut hat mich im Seen ermutigt.
00:19:26: Man lernt an die Grenzen und darüber hinaus zu geben.
00:19:28: ich hatte dann auch mal konnte, dass meine Frau nur so erklären.
00:19:32: Weil sie sagt, bist du wahnsinnig?
00:19:34: Das können wir jetzt nicht machen.
00:19:35: und dann sage ich doch!
00:19:35: Ich muss jetzt... Ich kann nicht von Leuten verlangen oder ich kann nicht mit Kunden arbeiten die wirklich sich verausgaben um ein Werk zu kaufen und das abbezahlen oder einfach sagen wow das ist jetzt entweder eine neue Wohnung oder dieses Werk.
00:19:53: Das kann ich nicht sozusagen... Das muss ich... Kann ich nur verstehen wenn ich das selber auch mache.
00:19:59: Da habe ich zwei oder drei der schönsten und wichtigsten Werke auch unsere Sammlungen auf die Weise gekauft, als ich wirklich dachte so alles.
00:20:08: Entweder nehme ich jetzt alles was ich jetzt habe noch ein bisschen dazu und kaufe diese wunderbare Arbeit von George Kondo oder sie entgebt mir und ich hab halt dann eben keine Miese auf dem Konto.
00:20:20: zum Glück habe mich den Kondo gekauft.
00:20:22: Glückwunsch!
00:20:24: Gibt es Sammler, die dich geprägt haben?
00:20:25: Du hast Jan Huth jetzt ein paar Mal genannt der nicht unbedingt als Sammler bezeichnet werden kann.
00:20:31: Aber gibt es Menschen, die dich besonders geprägt
00:20:33: haben?
00:20:34: Ja sicher!
00:20:34: Also zum Beispiel einer der mich sehr geprägte ist der Harald Falkenberg.
00:20:39: also weil dieses Berserkertum das er hat und zwar alles ein hundert Prozent und drüber dieses
00:20:47: unbedingte Bedürfnis.
00:20:49: Ja, und auch also quasi Falkenberg der nicht nur ja eine enorme Füße hatte und auch eben gefeiert und Energie und auch Verständnis aber auch natürlich ein Riesenpersona war, der aber auch ins Detail gegangen ist beim Schreiben, beim Kuratieren, der sich intellektuell auseinandergesetzt hat Oh andere, also Genie-Gurts zum Beispiel, Ingwild Gurts die natürlich einfach mit ihrer nicht Akribie sondern mit dem tiefe Verstand Respekt Liebe Zuwendung da vorgegangen ist.
00:21:22: oder auch ein Marty Ma gelies das werde ich auch nie vergessen.
00:21:25: immer noch ein lieber Freund in Miami der mich auch früh unter seine Fittige nahm und er einfach dann zeigt sich ihm so ja so what do you have?
00:21:32: Und dann fragte ich das und das.
00:21:34: Dann kam ich mit so einem Ordner und dachte sorry it's a lot of material said don't worry I'm fast looker.
00:21:40: Any was fast, any is a fast looker.
00:21:42: Neugier Perspektivwechsel diese Dinge das finde ich auch spannend.
00:21:47: an Kunst sammeln Da wo ich am wenigsten verstehe da will Ich dann da will ich wissen da gehe ich hin
00:21:54: Das zieht dich an
00:21:55: Genau.
00:21:55: und andere Leute sagen oh da kenne ich mich aus ich geh lieber wieder zurück in meine Komfortzone.
00:21:59: Und dafür
00:22:00: Wie suchst du ja gar nicht, ne?
00:22:02: Du sagst ja Kunst soll irritieren.
00:22:04: Kunst soll provozieren.
00:22:06: Fragen auslösen.
00:22:07: Das glaube ich für dich ein ganz wichtiger Aspekt.
00:22:09: Genau und ob das wie gesagt als Galerist war, sagt sich die relevantere Kunst ist die, die sozusagen uns Fragen stellt eher als ins Antworten gibt.
00:22:18: so sehe ich es im Erwerb auch.
00:22:20: also denn auch genau dasselbe.
00:22:23: wenn mich jemand sagt oh das denken sie davon diese oder dieser Arbeit dann im Zweifelsfall die kompliziertere nehmen, die mit der du mehr zu tun hast.
00:22:34: Und ich selber tu das natürlich...
00:22:35: Warum ist es so dass diese Störung dich eher anzieht als die Harmonie?
00:22:44: Naja, Störungen ja doch genau und es wird als Störung empfunden aber sozusagen Entwicklung und Bewegung findet nur außerhalb der Komfortzone statt.
00:22:53: Deswegen heißt die Komfort Zone ja Komfortzone, weil sie immer so komfortabel ist.
00:22:57: aber sozusagen Bewegung, Veränderung ist immer unkomfortabel auch für ein Unternehmer, der sagt ich hatte ein tolles Produkt gemacht.
00:23:03: oh man jetzt hat da jemand andern noch besseres gemacht.
00:23:06: und Künstler quasi die denken gar nicht so die sagen jetzt habe ich das Werk gemacht Das kann ich jetzt so repetieren und das war es.
00:23:14: jetzt brauche ich gar nichts mehr machen.
00:23:16: oder vielleicht haben das Leute künstler gemacht ganz wenig.
00:23:20: Und jetzt höre ich auf.
00:23:21: Aber sogar Marley Vegg hat ja quasi das Ende der Malerei eigentlich eingeläutert und merkt, oh, eigentlich doch noch nicht zu Ende!
00:23:27: Und ging dann wieder in die Folklore.
00:23:28: Also sozusagen würde ich mich vor dem verschließen und in der Harmonie bleiben, dann würde mir das Beste entgehen.
00:23:34: Insofern ist meine Beratung.
00:23:37: also als Berater sage ich natürlich sie müssen Werke erwerben, die sie lieben und sie sollten auch damit leben wollen.
00:23:44: aber im Zweifelsfall wie gesagt es ist aufregender Eine Arbeit zu haben, die noch Fragen zurückstellt als die eben die Erwartung bestätigt.
00:23:53: Als Händler muss man Kunst loslassen können.
00:23:57: Man arbeitet mit Werken setzt sich intensiv mit ihnen auseinander und dann gehen sie weiter.
00:24:04: War das eine Schule der Distanz für dich?
00:24:08: Interessant.
00:24:08: In der Galerie war es klar, dass natürlich die Werke der Durchlauf der Werke auch unsere Lebensgrundlage war.
00:24:17: Erstmal war das der Erfolg für die Künstler, denn sie wollten leben und wachsen – ich bin ja mit ihnen gewachsen!
00:24:25: Das war eigentlich so eine natürliche Sache.
00:24:26: Es gab wenige Sachen, eigentlich gerne hätte behalten wollen.
00:24:30: Und ich habe aus den eigenen Ausstellungen, also erst im Erstmarkt hab' ich nie erworben und nie Werke erworben, weil das war für mich so ein ethischer Grundsatz.
00:24:40: Das Spannende aber ist sozusagen dass erst mit dem selber sammeln oder Werke erwärmen, war es so, dass ich merkte oh, das möchte ich... Das möchte ich jetzt wirklich haben.
00:24:53: Also das ist eigentlich ein Besitzanspruch, also nicht aber nicht ums zu besitzen und zur Beherrschung sondern dass es mir so wichtig, das möchte ich erwerben.
00:25:02: Ich habe zum Beispiel Josef Boyz der spielte einfach in meiner Initierung als Teenager begegnet.
00:25:08: mit seinem Werk kam mich eigentlich so zu meiner Kunstbegeisterung.
00:25:11: da war ich fünfzehn glaube ich vierzehneinhalb fünfzehnt Auf dem Weg zur Toilette, auf der Gruppe.
00:25:18: Wir waren die Klasse-Schulklasse in den naturwissenschaftlichen Räumen und ich habe mich verlaufen... ...und bin in diesen Boys-Räumen im Blog BoysBlog gelandet und war da vollkommen also positiv verloren.
00:25:28: Und bis dann die Lehre mich gefunden hat so, oh Tia ist du bist hier falsch!
00:25:32: Wir sind hier in der Naturwissenschaften, du bist ja bei der Kunst, du wirst ja falsch!
00:25:36: Wenn das die Kunst ist, dann bin ich ja nicht falsch.
00:25:40: Von da an habe ich über Boys gelesen meinen Kunstlehre gefragt und das hat sich erschüttet Und auch sehr beeindruckt bis heute und immer noch.
00:25:47: Wie gesagt, als ich dann sozusagen die Galerie erfolgreich wurde und ich quasi auch die Mittel dafür hatte, habe ich dann die ersten teureren bedeutenden Werke, die ich mir geleistet habe in Auktionen gekauft.
00:26:01: Eben waren Josef Boyz da noch ein Boys-Porträt von Bohol und andere Dinge.
00:26:06: Konelles der mir auch immer begegnete und ähnliche.
00:26:09: Lass uns kurz – du hast es gerade genannt – Auktion?
00:26:13: Du hast keine Scheu bei Auktionen zu kaufen.
00:26:15: Ich glaube, Aktionen sind für dich auch ein wichtiger Ort um Künstlerobjekte zu kaufen die dir wichtig sind?
00:26:23: Das ist interessant!
00:26:24: Also wenn du von der Galeriseite kommst ich bin... Die meiste Kunst haben wir eigentlich fast immer von den Galerien gekauft und das hat auch wiederum den Grund weil wir eben diese Artist Drivenness die Künstlern unterstützen.
00:26:38: aber jetzt komme ich zum eigentlichen Punkt.
00:26:39: Aber als Sammler In der Zeit, die die beste ist Kunst zu kaufen im Moment aus vielen Gründen.
00:26:52: Weil die Märkte in den letzten achtzehn-zwanzig Monaten eben eher schwieriger waren also weil Exzesse korrigiert wurden, weil Leute länger überlegen was zu erwerben, viele Sammlungen jetzt auktioniert werden, weil quasi ein Generationsweg stattfindet.
00:27:12: Es ist eine ganz große Transition und auch eine Unsicherheit natürlich leider durch Politik und also politische Situationen und ökonomischer.
00:27:20: Aber dieser Zeit sozusagen in der viel Umwälzung ist es jetzt die Zeit... Also erstens brauchen wir Inhaltlichkunst mehr denn je.
00:27:28: aber gleichzeitig kann man eben Kunst im Moment enorm gut kaufen sowohl Primary Market, weil die Konkurrenz geringer ist.
00:27:36: und jetzt komme ich endlich zum Punkt.
00:27:38: Die Auktion habe ich leider erst für meinen eigenen Bedarf erst vor kurzem entdeckt, weil einfach man richtig tolle Werke erwerben können – zum Teil zu sehr viel günstigeren Preisen.
00:27:52: Gab es einen Werk das du als Händler sofort hättest weiterverkaufen können aber als Sammler behalten wolltest?
00:28:01: Einige, aber wie gesagt es ist eher so dass wenn wir jetzt heute Werke kaufen.
00:28:07: Ich glaube das geht dann je nach dem sozusagen wie schmerzhaftes ist wie auf ihn.
00:28:12: Dann sagen wir uns meine frau und ich entscheiden es auch zusammen Aber dann sagen oder ich sage meistens ja weißt du Lass uns das doch jetzt machen.
00:28:22: Wir können sehr schlimmstenfalls können wieder verkaufen Und dann ist es auch so.
00:28:25: Das finde ich wichtig.
00:28:26: das haben wir noch nicht besprochen Gerade bei jüngeren Künstlern, es gibt die, die warten und sagen ja jetzt musst du erst mal gucken was das ist.
00:28:33: Ob die das den long shot also auf eine Sicht ob sie das durchhalten ob die Qualität hatten Und das verstehe ich einerseits andererseits Die künstler leben jetzt arbeiten Jetzt und die werkt Das werk ist jetzt hier.
00:28:47: Es gibt eben auch dann Fälle wo wir sagen dass Ich kann das eigentlich nur entscheiden indem ich diese Arbeit jetzt erwerbe mich mit der Beschäftigung Dann entweder hält es oder nicht Niemand kann die Zukunft voraussehen.
00:28:59: Und nicht alles bleibt zu sein, also der Diskussionstand auch und nicht alles auch bleibt am Markt bestehen.
00:29:08: Alles spannende Fragen aber genau ich finde einfach manche Dinge muss man dann auch erst mal machen und ausprobieren.
00:29:14: Du hast ein paar Mal jetzt schon deine Frau Tiffany genannt.
00:29:18: ihr habt gemeinsam die Art Collection aufgebaut.
00:29:21: ist das richtig?
00:29:22: Ja.
00:29:23: Welche Rolle
00:29:23: spielt sie dabei?
00:29:25: Tauscht ihr aus euch aus?
00:29:26: Diskutiert ihr, entscheidet sie mit.
00:29:29: Ja unbedingt!
00:29:30: Also sozusagen im Grunde in unserem Business und aber auch in unseren ganzen Aktivitäten ist es so dass Tiffany kommt übrigens ja aus dem Auktionsbereich.
00:29:40: Sie hatte Philipp Stüperi, Sotheby ist ein Philipp Stöperi weil sie Creative Director hat lange mit dem Simo Døperi gearbeitet.
00:29:47: Sie war aber immer im Kreativ-Departement also neue Produkte, neue Formate ausprobiert.
00:29:53: Sie war nie im Sales Team.
00:29:55: Insofern ist sie da weniger transactional.
00:29:57: aber Tiffany wir entscheiden also unseren Business und auch in unserem Sammeln und Tun.
00:30:03: Entscheiden wir zusammen weil das gehört uns zusammen.
00:30:07: Aber es ist eben so interessant.
00:30:10: Wir haben da keine Quoten oder wir haben dann nicht dass wir uns immer einigen müssen sondern wir überzeugen uns entweder oder oder oder aber zum Beispiel jemand hat Bedenken Und dann hören wir und lassen das Moment sitzen.
00:30:22: oder wie sagen auch macht, dann mach du das?
00:30:24: Oder wir machen das jetzt mal eine.
00:30:25: gucken wir was ich sagen will.
00:30:27: Wir besprechen das zusammen Aber es sind jetzt keine sozusagen einstimmigen urteile.
00:30:31: und welches ist ihre rolle?
00:30:34: Ihre rolle is eben Ich bin derjenige der mehr unterwegs ist aber sie ist unheimlich gut in die dinge zu strukturieren.
00:30:43: mauch mich zu strukturier da Ergänzen wir uns eigentlich ganz gut.
00:30:48: Und gleichzeitig ist sie dann auch diejenige gewesen, diese Ermerkte.
00:30:50: Ja du bist Europäer und Berlin wird immer deine Heimat bleiben.
00:30:54: aber Berlin braucht dich nicht mehr so sehr und du auch nicht mehrso sehr.
00:30:58: Du redest immer von Athen komm wir gehen jetzt mal hin.
00:31:00: Apropos Struktur, die es dir ja auch gibt lasst uns mal über die Arndt Art Agency sprechen weil da war ja eigentlich deine Rolle Künstlern eine Struktur zu geben.
00:31:14: Kannst du darüber ein bisschen was erzählen, was hat die Art Agency gemacht?
00:31:17: Das war ja wirklich eine große Neuerung im Kunstmarkt.
00:31:22: Ja also das gerne!
00:31:24: Und zwar eigentlich... Die Galerie in den neunziger Jahren war das Vehikel zu dem ich kam habe ich schon erzählt.
00:31:32: Die Künstler sagten wir brauchen keinen Freund kein Fan machen eine Galerie auf.
00:31:37: dann haben wir auch miteinander zu tun und du kümmerst dich um unsere Arbeit.
00:31:41: und das war genau richtig.
00:31:43: Und darüber habe ich dann sozusagen diesen Bereich Galerie und Kunstmarkt erschlossen.
00:31:49: Und über die Jahre, Jahrzehnte wurde dann klar, kam ich immer an die Grenzen, obwohl wir so global waren.
00:31:54: Wir hatten ja bis zu forty-fünf Mitarbeiter, fünf Standorte... ...und dann kam für mich der Moment was?
00:32:00: Wie sieht denn jetzt die nächste beste Struktur aus?
00:32:02: Und hab' dann mit den Künstlern gesprochen!
00:32:04: Was ist What's the Next Level?
00:32:05: Wo möchtet ihr jetzt
00:32:06: hin?".
00:32:07: Und dann stellte sich raus, dass eben sagten ja Galerien haben wir jetzt auch noch andere und co.
00:32:11: Aber wie brauchen Partner mit dem wir sprechen über kompizt größere Projekte?
00:32:15: Oder ich möchte ein Film produzieren um meine Galerie sagen Wir können aber nur dann im Allerei verkaufen.
00:32:21: oder Heinz Mark sagte Ich brauche jemanden der sich um Asien kümmert usw.
00:32:26: Und solche Dinge.
00:32:26: und sie sind doch da immer überall.
00:32:28: Es geht ja nicht darum in Galeriene die Künstler weg zu nehmen, denn diesen weiterhin dort.
00:32:32: es geht darum einen zusätzlichen Kompetenzbereich zu schaffen, in denen die Künstler so unterstützt werden, dass sie sich konzentrieren können gute Arbeiten zu machen.
00:32:42: Die die Galerien platzieren und der Agent quasi verhandelt und erarbeitet und betreut die Projekte, die komplizierter sind.
00:32:49: Woran
00:32:49: liegt das?
00:32:51: In der Literatur im Filmbereich gibt es die Agenten.
00:32:56: Warum gab's das nicht im Kunstbereich?
00:32:58: Als ich auszog als zwanzigjähriger Mit dieser Galerie Idee dachte ich, ich bin jetzt im innovativsten zukunftsoffensten aufregendsten neugierigsten Bereich der Welt.
00:33:14: und kurioserweise genau wie du es gerade sagst ist der klassische Kunstmarkt eigentlich immer viel konservativer als man denkt.
00:33:21: Das war nämlich mein Redner.
00:33:23: Lass uns doch mal gucken Schauspielagenturen Sportler & Co.
00:33:27: da geht's zwar Und immer mehr jetzt auch im Corporate-Modelle und Gewinnmaximierung, und Promotion oder andere Sachen.
00:33:34: Aber vom Inhalt her ist es so, dass ein Agent vertritt die Interessen... ...die fundamentalen Interessen des Künstlers, der Sportler usw.
00:33:43: Genau das habe ich ja gesagt!
00:33:44: Sowas müsste man doch am Kunstbetrieb auch schaffen.
00:33:46: Wir wollen den Markt erweitern, größer machen.
00:33:48: Ist
00:33:49: denn der ArtBahn könnte man sagen?
00:33:51: Ist es eine Antwort auf die Frage Was gibst du der Kunstwelt zurück nachdem du es so lange von ihr gelebt hast.
00:33:59: Ja, das ist genau ein Grunde!
00:34:02: Also wir haben ja sowohl den Artbahn als auch jetzt Arthänen nicht in Detail geplant.
00:34:08: Ganz wichtig, damit es auch kein Projekt wird und wie sagt man keinen... professionelles Projekt wird, sondern auch um reagieren zu können und damit es auch leben und atmen kann.
00:34:21: Aber genau das wurde sehr schnell klar dass der Artbahn und das Tiffany hat das auch gleich gesagt, isn't that great?
00:34:27: We have no agenda here.
00:34:28: you know we do a dinner and lunch.
00:34:30: there's no clients or this.
00:34:32: not also insofern Zurückgeben, ja.
00:34:35: Wir haben das mit der Stiftung mit Berlin Masters angefangen jetzt mit dem Zusammenarbeit mit Hamburger Bauernhof.
00:34:40: Wir sind auch noch in anderen Patron-Grobes.
00:34:42: wie gesagt ich bin nicht so vermögend leider dass sich in noch größeren Rahmen unterstützen kann aber wir machen überproportional viel.
00:34:51: und deswegen die Frage eben Ich muss nicht!
00:34:54: Wie unterscheidet sich denn Samus vom Artbahn in Cape Schenk?
00:35:00: Sind beides Orte außerhalb der klassischen Kunstzentren Aber vermutlich mit einer ganz unterschiedlichen Atmosphäre.
00:35:07: Ich
00:35:07: liebe Griechenland, das ist eine sehr emotionale, sehr tiefe Liebe die mir erst neulich bewusst wurde.
00:35:13: ich war gar nicht so oft da aber der ist ein tiefer Ruf.
00:35:16: Ich lerne auch die Sprache und Co.. Was ich toll finde ist dass du wenn wir dort einen Künstler einladen oder was machen werden dann kommen Leute dahin und über diese Verbindung erschließen sie sich einen neuen Ort, eine Insel, andere Menschen.
00:35:37: In Melbourne in Cape Shank, das ist ja eineinhalb Stunden vom Melbourne der Artbahn liegt in einer unglaublichen Landschaft und wenn du kommst da hin um Kunst zu sehen unter vor oder nach hast du ein Erlebnis und merkst wow, dann merkst du erst wo du bist.
00:35:53: was ich mir immer gewünscht hatte es dass ich möchte an Orten die mir wichtig und lieb sind leben Und wenn ich irgendwo lebe, muss ich wirken.
00:36:04: Ich lebe ja nicht um mich da zu erholen.
00:36:09: Ich muss arbeiten!
00:36:10: Ich muss tätig sein und jetzt kann ich mir quasi aussuchen die Orte, die ich liebe.
00:36:14: an denen schaffen wir sozusagen ergänzen wir was es schon gibt oder schaffen neue Strukturen und laden Menschen ein dazu entdecken.
00:36:23: Warum Athin?
00:36:25: Energie.
00:36:26: Also liebte diese Stadt ununterbewusst, unbewusst... Tätigkeit mit der Galerie, wir hatten Kunden dort und ähnliches.
00:36:35: Aber ich bin gar nicht so oft da gewesen aber noch mal wieder in Jahrzehnteinzehn, zwölf, dreizehn immer ab und zu mal kurz und jedes Mal merkte ich wow diese Stadt also dieses Wieder ein Ort Ein Ort der mit sich total der Reich ist an Kultur An dreieinhalb Tausend Jahre Kultur Und eine ganz junge starke Design, Architektur, Hospitality, Restaurantsmode und Literatur-Szene hat.
00:37:05: So ein Ort hat eine enorme Energie.
00:37:07: Und das ist noch nicht state of the art und so sofisticated dass man da einen riesen Business machen kann.
00:37:15: aber ich komme ja nicht dafür dahin um in diesem Moment zu sagen was kann ich hier beitragen?
00:37:23: Dann kam dieser Ort zu mir.
00:37:25: Ich habe eine Architektin begleitet, leichtsinnigerweise bei einer Ortsbegehung und ich bin da reingekommen und hatte was die Griechen einen Ithaki Moment nennen nämlich dass ich mich fühlte wie Odysseus der nach zehn Jahren Irrfahrt nach Itaka zurückkommt.
00:37:39: Und dann erzählte ich dir das sagst du Angela?
00:37:42: Very strange!
00:37:43: Und dann sagt ihr so fühlst du dich?
00:37:45: Du weißt schon wo wir sind?
00:37:46: Nein weiß ich nicht.
00:37:48: Wir sind auf der Ithakis Street Und in dieser Wohnung hat Odysseus Elitis gelebt, der Literatur- und Weltreisträger.
00:37:55: And by the way... Das hätte sie nicht sagen dürfen.
00:37:58: Eigentlich gucke ich mir die an, weil wir die sozusagen jetzt in die Vermittlung nehmen.
00:38:03: Daraufhin habe ich dann eben nach Hause geschrieben und hab nach Australien dort und gesagt Ich weiß!
00:38:14: Träume, also ich denke nicht mal da dran zu träumen.
00:38:18: Aber ich wollte eigentlich muss dir diese Fotos schicken und ich weiß das passt jetzt nicht und es passt auch nicht überhaupt nicht.
00:38:24: Und Tiffany hätte sagen können ja richtig Das ist völlig verrückt auf keinen Fall gar nicht erst drüber nachdenken.
00:38:31: aber sie hat geschrieben oh my god Can we do it?
00:38:36: Das darf man mir halt nicht sagen.
00:38:38: Was kannst du dort zeigen, was in einer Galerie nicht möglich gewesen wäre?
00:38:42: Der Raum kam zu mir und entsprechend frage ich auch Raum.
00:38:45: Was willst Du dass ich jetzt mit Dir tue?
00:38:46: ?
00:38:47: Der Raum hat nämlich diese Magie also um den zwar für nur zwanzig Jahre nicht bewohnt.
00:38:50: das ist in noch schwierigerem Zustand als die Auge Straße war als wir da Zweiunddreißig Drinneunzig angefangen haben.
00:38:58: aber eben Genau, was kann ich da machen?
00:39:00: Was sich woanders nicht machen kann.
00:39:02: Ich habe eine befreundete Kuratorin in Athen vom Binaki Museum Polina Kosmadake gefragt und sie hat die Einladung angenommen und sagte wir machen hier ne Ausstellung.
00:39:12: wie heißt Homecoming Deinen Moment den du da hattest.
00:39:16: Homecoming ist ein Riesenthema.
00:39:17: Nostos dieses tiefe Gefühl des Ankommens das was du erlebt hast Darum geht es eigentlich überall.
00:39:25: Wir machen hier dass als Housewarming für euch.
00:39:28: Damit haben wir das aktiviert.
00:39:30: Sie hat die griechischen Künstler ausgewählt, drumherum haben wir international künstler eingeladen, die ich kannte auf der sammlung werke genommen.
00:39:38: und was dann passierte war weil die frage was kannst du da machen?
00:39:41: Was du in der galerie nicht machen kannst?
00:39:44: Wir haben das aussicher raus Aus kibseli aus diesem gewachsenen alten ort In diesen speziellen magie.
00:39:53: dieses raume ist mit großer Geschichte, aber kein Geistern.
00:39:59: Er fühlt sich gut an also er ist nicht dunkel einfach den aktiviert und geschaut was passiert.
00:40:05: Also es zeigt du hast das richtige Gespür für den richtigen Ort Du schaffst das Menschen zu begeistern?
00:40:15: Danke wenn du das so sagst.
00:40:17: Das freut mich Und gleichzeitig ist es auch sozusagen.
00:40:20: Es ist aber auch dieses Vertrauen und diese Unterstützung Die sporen mich auch an und die sorgt dann auch dafür, dass wir jetzt nach dieser ersten Aktivierung den Ort entwickeln.
00:40:33: Erst mal einfach nur restaurieren und entsprechend wird der Art Space in Athen ein salonartiger privater Kunstraum.
00:40:48: Wir lassen das auch wieder offen, ganz bewusst.
00:40:50: Ob dann jetzt Künstler die in der Tee eine Ausstellung haben dort zu Gast sind und man ein kützter Gespräch macht, Neu-Werkgruppe präsentiert?
00:41:01: Ob die junge Künstlern die ins Armors arbeiten dort was machen?
00:41:05: Natürlich werden mit der Sammlung dort arbeitende Dinge im Dialog und im Experiment geben können.
00:41:11: Wenn ein Besucher eines Tages durch die Ancollection geht welche Geschichte soll er über dich mitnehmen?
00:41:18: Die des Händlers, die eines Sammlers.
00:41:22: Die eines Vermittlers oder die eines Menschen der Kunst als Lebensform versteht?
00:41:29: Ich möchte das wenn jemand unsere Kunst sieht eben genau erkennst.
00:41:35: Eben genau dass da jemand ist, der Kunst also Lebensform sozusagen lebt erkennt und auch sozusagen die Kunst als Mittel zur Erschließung bewählt.
00:41:50: Also im Grunde eigentlich sagen wir, der war aber Neugierig.
00:41:56: Das ist auch alles woran ich glaube und das was sich mitgebracht habe am Anfang.
00:42:01: Ich hatte keinen Hintergrund, ich hatte kein Kapital, ich hätte auch keinen Plan.
00:42:07: Solange du neugierigt bist und wissen willst und dir Wissen erschließen willst dann wird sich der Rest ergeben.
00:42:16: Das ist auch in einer Welt, die so komplex ist wie heute.
00:42:19: Wo sich jeden Tag jede Stunde Wissen und Strukturen ändern.
00:42:24: Das Thema Wandel Veränderung und über die Kunst haben wir das Rüstzeug mit permanenter Veränderungen und Wandel nicht nur umgehen zu können sind es auch genießen und feiern zu
00:42:39: können.
00:42:49: Galerie oder Museum?
00:42:50: Museum.
00:42:52: Kaufen oder Verkaufen?
00:42:54: Schwierige Fragen, kaufen!
00:42:57: Halten oder weitergeben?
00:42:59: Weitergeben.
00:43:00: Intuition oder Recherche?
00:43:02: Intuition
00:43:03: Deine wichtigsten Dos beim Sammeln?
00:43:06: Offenheit, Inspiration Neugier, neugierig bleiben in dem Sinne Neues entdecken, entdeck'n.
00:43:13: Wenn du nur ein Kunstwerk aus deiner Sammlung behalten dürftest welches wäre
00:43:18: es?
00:43:20: Okay, das Lipodendrian.
00:43:25: Das ist der einzige Renaissancewerk Goldgrundbild was wir haben und auch weil es so klein ist dass ich über ihn mitnehmen kann.
00:43:32: Kannst nicht zwei sein?
00:43:33: Ausnahmesweise.
00:43:34: Und den Boys die Pieter von Boys.
00:43:36: Kann ich jeweils in Beide mit einer Hand.
00:43:39: Vielen
00:43:40: Dank für das schöne Gespräch!
00:43:42: Und euch vielen dank fürs Zuhören bei dieser Folge von Wer sammelt die Kunst?
00:43:47: Ein Podcast von Ketterer Kunst.
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